Nicht auffindbare Hydranten werfen ernste Fragen zur Löschwasserversorgung auf

Nach dem Brand eines Getreidefeldes am Schanzenweg in Katernberg stellen sich dringende Fragen zur Löschwasserversorgung in diesem Bereich. Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten Hydranten, die sich an der Nevigeser Straße befinden sollten, nicht finden.

 

Foto: Der Redaktion bekannt

Als die ersten Feuerwehrleute am Dienstagnachmittag gegen 15.20 Uhr eintrafen, stand das Getreide bereits lichterloh in Flammen. Über dem Feld war eine rund 50 Meter hohe Rauchsäule zu sehen.

Landwirte hatten mit ihren Maschinen eine Schneise um den brennenden Bereich gezogen und dadurch verhindert, dass sich das Feuer weiter ausbreitete.

Der Brand konnte nach etwa einer halben Stunde unter Kontrolle gebracht werden. Rund 40 Einsatzkräfte sowie drei #Tanklöschfahrzeuge waren beteiligt. Die Tanklöschfahrzeuge waren erforderlich, weil in unmittelbarer Nähe keine nutzbare Löschwasserversorgung über #Hydranten hergestellt werden konnte.

Auf Nachfrage von Wuppertal aktuell-NRW erklärte die Feuerwehr:

„Es sollten welche an der Nevigeser Straße sein. Die waren aber für unsere Kollegen nicht zu finden.“

Die Feuerwehr vermutet, dass die Hydranten möglicherweise zugewachsen waren. Dies ist bislang jedoch nicht abschließend geklärt. Der Bereich soll noch näher untersucht werden.

Unklarheit über den tatsächlichen Zustand

Der Vorfall wirft mehrere sicherheitsrelevante Fragen auf. Es muss geklärt werden, ob die Hydranten tatsächlich vorhanden sind, ob sie ordnungsgemäß gekennzeichnet waren und ob sie von den Einsatzkräften ohne Verzögerung hätten erreicht werden können. Ebenso wichtig ist die Frage, wann die Anlagen zuletzt kontrolliert und auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft wurden.

Bislang gibt es keine Bestätigung dafür, dass die Hydranten technisch defekt waren. Fest steht jedoch, dass sie während des Einsatzes nicht gefunden und deshalb nicht genutzt werden konnten.

Gerade im Brandschutz reicht es nicht aus, dass eine Löschwasserentnahmestelle lediglich in Unterlagen verzeichnet ist. Sie muss vor Ort eindeutig erkennbar, zugänglich und einsatzbereit sein. Verzögerungen bei der Wasserversorgung können insbesondere bei Bränden von Wohnhäusern, landwirtschaftlichen Betrieben oder Stallungen erhebliche Folgen haben.

Verantwortung verteilt sich auf Stadt, WAW und WSW

Nach den öffentlich zugänglichen Unterlagen ist der städtische Eigenbetrieb Wasser und Abwasser Wuppertal, kurz WAW, für die Wasserversorgung zuständig.

Die WSW Energie & Wasser AG übernimmt auf Grundlage eines Betriebsführungsvertrages technische und praktische Aufgaben für den WAW. Die Stadt bezeichnet die WSW in diesem Zusammenhang ausdrücklich als Verwaltungshelfer.

Die WSW führen zudem Informationen über öffentliche Hydranten und stellen entsprechende Plandaten zur Verfügung. Das geht aus den Vorgaben der Feuerwehr Wuppertal zur Erstellung von Feuerwehrplänen hervor.

Aus den öffentlich verfügbaren Dokumenten geht allerdings nicht hervor, wer konkret dafür verantwortlich ist, Hydranten regelmäßig vor Ort zu kontrollieren, ihre Kennzeichnung zu überprüfen und Bewuchs oder andere Hindernisse zu beseitigen. Diese Aufgabenverteilung dürfte im Betriebsführungsvertrag zwischen dem WAW und den WSW geregelt sein.

Unabhängig von internen Verträgen bleibt die Stadt Wuppertal gesetzlich verpflichtet, eine den örtlichen Verhältnissen angemessene Löschwasserversorgung sicherzustellen. Diese Sicherstellungspflicht verbleibt nach dem nordrhein-westfälischen Landeswassergesetz bei der Kommune, auch wenn Aufgaben an Dritte übertragen werden.

Der Vorfall muss vollständig aufgeklärt werden

Stadt, WAW und WSW sollten deshalb zeitnah und transparent beantworten:

Wo befinden sich die vorgesehenen Hydranten an der Nevigeser Straße?

Warum konnten die Einsatzkräfte sie nicht finden?

Waren die Hydranten und die dazugehörigen Hinweisschilder zugewachsen?

Wann wurden sie zuletzt kontrolliert?

Sind die Anlagen funktionsfähig?

Wer ist für Kontrolle, Kennzeichnung, Wartung und Freihaltung verantwortlich?

Werden nun auch Hydranten in anderen Außenbereichen Wuppertals überprüft?

Der #Feldbrand verlief vor allem deshalb vergleichsweise glimpflich, weil die Landwirte schnell reagierten und die Feuerwehr ausreichend wasserführende Fahrzeuge einsetzen konnte. Der Vorfall sollte dennoch als deutlicher Warnhinweis verstanden werden.

Lebenswichtige Infrastruktur muss nicht nur auf Plänen vorhanden sein. Sie muss im Ernstfall unverzüglich gefunden und genutzt werden können. (C.O)

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