18. September 2026Claudia Otte
Brandsatz an Wuppertaler Synagoge – antisemitisches Motiv steht im Raum
Foto:Christian ZörklerVideo: Florian Petersen
Die Tat ereignete sich am 17. September gegen 14 Uhr. Der Brandsatz wurde an der Rückseite der Synagoge platziert – dort befindet sich auch die Eingangstür des zur Synagoge gehörenden Cafés „Negev“.
Das Feuer konnte von Personen, die sich zu diesem Zeitpunkt in der Synagoge aufhielten, schnell mit einem Feuerlöscher gelöscht werden. Menschen wurden nicht verletzt. An der Tür entstand Sachschaden.
Polizeibeamte, die vor Ort mit Sicherungsaufgaben betraut waren, nahmen wenig später in unmittelbarer Nähe einen 37-Jährigen vorläufig fest. Nach Auswertung der Videoüberwachung steht er nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter dringendem Verdacht, das Feuer gelegt zu haben.
Bereits während seiner Festnahme soll der Mann Äußerungen gemacht haben, die nach Einschätzung der Ermittler auf ein antisemitisches Tatmotiv hindeuten.
Der Beschuldigte stammt aus Afghanistan und lebt in Wuppertal. Er ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits wegen der Bedrohung einer Nachbarin vorbestraft.
Noch am Donnerstagabend wurde seine Wohnung aufgrund eines richterlichen Beschlusses durchsucht. Dabei fanden die Ermittler neben Unterlagen mehrere Messer sowie eine Machete, die griffbereit abgelegt gewesen sein sollen. Auch das bereits bei seiner Festnahme sichergestellte Mobiltelefon wird derzeit ausgewertet.
Der 37-Jährige soll am Freitag dem Amtsgericht Wuppertal vorgeführt werden. Die Staatsanwaltschaft beantragt den Erlass eines Haftbefehls. Bis zu der Entscheidung bleibt der Mann im Polizeigewahrsam.
Gegen ihn besteht der dringende Tatverdacht der versuchten schweren Brandstiftung. Die Ermittlungen dauern an.
Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt der Beschuldigte als unschuldig.
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