Hunderte Waffen in geheimen Kammern: Prozess um Remscheider Waffenarsenal beginnt

Einer der spektakulärsten Waffenfunde der vergangenen Jahrzehnte beschäftigt ab heute das Landgericht Wuppertal. Drei Männer müssen sich wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz verantworten.

3_EK Ammo

Wuppertal aktuell – NRW hatte im Herbst 2025 mehrfach über den außergewöhnlichen Fund in einem Gebäudekomplex an der Elberfelder Straße in Remscheid berichtet. Unter beziehungsweise hinter den Räumen einer Autowerkstatt entdeckten Ermittler nach und nach mehrere verborgene Waffenkammern.

Das Ausmaß war gewaltig: Rund 300 scharfe Schusswaffen wurden sichergestellt. Darunter befanden sich 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen, elf Revolver und 13 Panzerabwehrwaffen. Hinzu kamen 38 Handgranaten und fast 100.000 Schuss Munition.

Was zunächst wie eine riesige Sammlung wirkte, soll nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft zumindest teilweise ein Verkaufslager gewesen sein. Der inzwischen 60-jährige Hauptangeklagte soll Kriegswaffen, weitere Schusswaffen und Munition zum Weiterverkauf aufbewahrt haben.

Der Mann soll einem 38-jährigen Mitangeklagten unter anderem sechs Maschinenpistolen und einen Revolver samt Munition verkauft haben. Ein 35-Jähriger soll ebenfalls an weiteren Waffengeschäften beteiligt gewesen sein. Die Ermittlungen waren ins Rollen gekommen, nachdem verdeckten Ermittlern Waffen angeboten worden waren.

Bei der groß angelegten Razzia im Oktober 2025 waren rund 200 Einsatzkräfte beteiligt. Hinter Tresoren, Vitrinen und eingezogenen Wänden stießen sie immer wieder auf neue Verstecke. Auch militärische Gegenstände und NS-Devotionalien wurden gefunden. Hinweise auf einen rechtsextremen Hintergrund ergaben sich nach damaligen Angaben jedoch nicht.

Für das Verfahren sind zunächst zehn Verhandlungstage bis zum 23. September vorgesehen. Den Angeklagten drohen bei einer Verurteilung mehrjährige Haftstrafen.

Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt für alle Angeklagten die Unschuldsvermutung.

Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert